Fed: Zinserhöhung sehr wahrscheinlich – aber wird die Botschaft klar sein?

Paolo Zanghieri von Generali Investments erwartet eine Zinserhöhung der Fed. Entscheidend wird sein, wie klar Jerome Warsh den weiteren geldpolitischen Kurs und die Inflationsrisiken kommuniziert. Generali Investments | 14.09.2026 11:51 Uhr
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments

Die starken Inflationszahlen vom August haben das Pendel deutlich zugunsten einer Zinserhöhung durch die Fed am kommenden Mittwoch ausschlagen lassen. Trotz der Vorbehalte des Fed-Vorsitzenden Warsh gegenüber Forward Guidance wird das wichtigste Marktsignal darin bestehen, wie die FOMC-Mitglieder vorgehen werden, da der Ausschuss in den letzten Monaten zunehmend gespalten wirkte und sich die Aufwärtsrisiken für die Inflation häufen.

Nach seinen hawkischen Äußerungen in Jackson Hole wird Warsh unter Druck stehen, die Reaktionsfunktion und den geldpolitischen Kurs der Fed zu verdeutlichen. Der Spielraum für Enttäuschungen ist dabei groß. Eine vorsichtige Botschaft zur Inflationsbekämpfung könnte den Glaubwürdigkeitsabschlag bei US-Anleihen nach dem enttäuschenden Rückkaufprogramm des Finanzministeriums noch verstärken. Eine eindringliche Inflationswarnung könnte die Erwartungen an einen Zinserhöhungszyklus schüren und die Renditen am kurzen Ende nach oben treiben. Spärliche Hinweise – wie bei den ersten beiden Sitzungen unter Warsh – würden die Unsicherheit hinsichtlich der Geldpolitik wieder aufleben lassen. Die Märkte werden zudem darauf achten, ob er den Ölschock trotz des Risikos einer erheblichen Auswirkung auf die Kerninflation weiterhin als vorübergehend betrachtet, sowie auf seine Einschätzung der steigenden Preise für KI-bezogene Güter.

Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments

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