Die Gesamtinflation im Euroraum entsprach den Erwartungen, aber die Kerninflation des HVPI fiel im Jahresvergleich bis Dezember auf 2,3% und lag damit unter den Konsensprognosen von 2,4%. Einige einzelne Länder, wie beispielsweise Deutschland, überraschten mit deutlich niedrigeren Zahlen. Insgesamt blieb die Inflation jedoch stabil. Nach der saisonbereinigten Messung der EZB stieg die Dienstleistungsinflation von 0,18% im November auf 0,24% im Dezember. Ohne die Volatilität bei deutschen Pauschalreisen wäre die Dienstleistungsinflation wahrscheinlich sogar noch stärker ausgefallen.
Die Dienstleistungsinflation ist weiterhin stärker und anhaltender als mit dem Ziel der EZB vereinbar. Die EZB wird daher wahrscheinlich über jede wahrgenommene Schwäche der Gesamtinflation hinwegsehen. Die Tatsache, dass die Dienstleistungsinflation so anhaltend ist, wird den EZB-Rat weiterhin beunruhigen. Das bedeutet, dass der Zinssenkungszyklus der EZB mit Sicherheit vorbei ist. Solange die Dienstleistungsinflation so anhaltend bleibt, wird das Risiko einer Zinserhöhung aufgrund des Inflationsdrucks durch die deutsche Fiskalpolitik von den Finanzmärkten derzeit unterschätzt.
Von Tomasz Wieladek, Chef-Volkswirt für Europa bei T. Rowe Price
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