Die heute Morgen veröffentlichten Daten zur Produktion im verarbeitenden Gewerbe zeigen, dass die deutsche Wirtschaft endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht.
Die deutsche Wirtschaft stagniert nun schon seit fast drei Jahren. Die Ankündigung des großen Konjunkturpakets im März gab vielen Beobachtern Hoffnung, dass das Wachstum wieder zurückkehren würde. Die jüngsten Daten der PMI- und IFO-Umfragen zum verarbeitenden Gewerbe deuteten jedoch auf eine erneute Schwäche im wichtigen Fertigungssektor hin und ließen Zweifel daran aufkommen, dass die deutsche Fiskalpolitik allein ausreichen würde, um eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum zu bewirken.
Die aktuellen Daten zeigen nun jedoch eindeutig, dass die Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat. Die Auftragseingänge im deutschen Fertigungssektor haben sich vor drei Monaten zu verbessern begonnen, was vor allem auf Inlandsaufträge zurückzuführen ist. Die sehr starken Auftragseingänge im Fertigungssektor von gestern bestätigen diese Einschätzung. Heute Morgen gab es eine deutliche positive Überraschung bei der Industrieproduktion. Trotz pessimistischer Erwartungen wächst die Industrieproduktion weiter. Das Gesamt-BIP-Wachstum im vierten Quartal war trotz schwächerer Umfragedaten wahrscheinlich stärker als erwartet.
Die Rückkehr Deutschlands zum Wachstum hat wichtige Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Es ist unwahrscheinlich, dass die nächste Maßnahme der EZB eine Zinssenkung sein wird, sondern eher eine Zinserhöhung, selbst wenn die Inflation Anfang des Jahres unter die Erwartungen der EZB fällt. Die Renditekurve für Bundesanleihen wird sich weiter versteilen, während der Euro gegenüber dem Dollar an Wert gewinnen wird.
Von Tomasz Wieladek, Chef-Volkswirt für Europa bei T. Rowe Price
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