Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan) – Video 3/5
Valerie Huang über den Investmentansatz der Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie.
In den ersten beiden Teilen unserer fünfteiligen Videoreihe „Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan)“ standen die großen Marktthemen des ersten Halbjahres 2026 im Mittelpunkt: zunächst die starke AI-getriebene Indexkonzentration, anschließend die Auswirkungen geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise auf unterschiedliche asiatische Volkswirtschaften.
Im dritten Teil geht es nun um den eigentlichen Kern der Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie: den Investmentansatz.
Denn gerade in einem Marktumfeld, in dem wenige große Indexgewichte den Ton angeben und makroökonomische Schocks sehr unterschiedlich auf einzelne Länder wirken, stellt sich für Fondsselektoren eine zentrale Frage: Was kann ein aktiver Manager im Asia-Pacific-ex-Japan-Universum tatsächlich anders machen?
Simon Weiler, CEO & Chefredakteur von e-fundresearch.com, spricht mit Valerie Huang, Portfolio Manager bei Guinness Global Investors, über Portfolioaufbau, Qualitätskriterien, Dividendenverständnis und regionale Positionierung.
Gleichgewichtet statt indexnah
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie ist der gleichgewichtete Portfolioansatz. Laut Huang hält die Strategie 36 Einzeltitel. Neue Positionen starten typischerweise mit rund 2,75 Prozent Gewichtung.
Damit unterscheidet sich der Ansatz deutlich von klassischen marktkapitalisierungsgewichteten Benchmarks, in denen einzelne Mega-Caps einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtentwicklung haben können. Genau diese Indexkonzentration war bereits Thema im ersten Teil der Serie.
Für Guinness bedeutet Gleichgewichtung: Die Überzeugung liegt nicht darin, einzelne Indexschwergewichte besonders hoch zu gewichten, sondern in der Entscheidung, ob ein Unternehmen überhaupt in das konzentrierte Portfolio aufgenommen wird. Jede neue Position muss dabei eine bestehende ersetzen.
Dividenden als Ergebnis, nicht als Ausgangspunkt
Obwohl es sich um eine Equity-Income-Strategie handelt, betont Huang einen wichtigen Punkt: Guinness sucht nicht einfach nach den höchsten Dividendenrenditen.
Dividenden sind für das Team vielmehr das Ergebnis eines funktionierenden Geschäftsmodells. Im Fokus stehen Unternehmen mit soliden Bilanzen, nachhaltiger Ertragskraft und der Fähigkeit, über längere Zeiträume hinweg Kapitalrenditen oberhalb der Kapitalkosten zu erwirtschaften.
Die Logik dahinter: Qualitätsunternehmen, die dauerhaft Cashflows generieren, können Gewinne reinvestieren, ihre Wettbewerbsposition stärken und gleichzeitig einen Teil der Erträge an Aktionäre ausschütten. Dividend Growth wird damit nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines langfristigen Wertschöpfungsprozesses.
Qualität, Bewertung, Dividenden und Überzeugung
Der Investmentansatz von Guinness lässt sich laut den Fondsunterlagen entlang von vier zentralen Dimensionen beschreiben: Qualität, Bewertung, Dividenden und Überzeugung.
Qualität bedeutet dabei vor allem die Fähigkeit eines Unternehmens, nachhaltig Renditen auf das eingesetzte Kapital zu erzielen. Bewertung heißt, nicht zu viel für erwartetes künftiges Wachstum zu bezahlen. Dividenden werden als Ausdruck finanzieller Stärke und Cashflow-Disziplin verstanden. Und Überzeugung zeigt sich in der Konzentration des Portfolios: 36 Positionen, langfristiger Anlagehorizont und niedrige Umschlagshäufigkeit.
Für professionelle Investoren ist genau diese Kombination relevant. Denn sie macht deutlich, dass es bei der Strategie nicht um eine simple Dividendenrendite-Selektion geht, sondern um einen Bottom-up-Prozess, der Qualität und Bewertung verbinden soll.
Regionale Positionierung: China, Indien und Korea im Fokus
Auch bei der Länderallokation zeigt sich die benchmarkunabhängige Herangehensweise. Huang verweist im Gespräch darauf, dass die Strategie aus Ländersicht unter anderem in China übergewichtet ist. Indien ist hingegen nur mit einer Position vertreten, Korea ebenfalls.
Die Gründe unterscheiden sich: In Indien sieht Guinness zwar viele gute Unternehmen, die Bewertungen seien historisch jedoch häufig sehr hoch gewesen. Auch nach der jüngsten Korrektur würden viele Titel weiterhin oberhalb ihrer langfristigen Bewertungsdurchschnitte handeln.
In Korea stehen aus Sicht von Huang eher Corporate-Governance-Fragen im Vordergrund. Die chaebol-geprägten Unternehmensstrukturen führten nicht immer zu den Profilen, die Guinness bevorzugt: Unternehmen mit dauerhaft hoher Kapitalrendite, aktionärsfreundlicher Kapitalallokation und verlässlicher Ausschüttungspolitik.
Warum das für Fondsselektoren relevant ist
Für Fondsselektoren liefert Teil 3 der Serie eine wichtige Einordnung: Die Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie versucht nicht, die Benchmark mit kleinen Abweichungen nachzubilden. Sie setzt auf ein konzentriertes, gleichgewichtetes Portfolio und nimmt dadurch bewusst deutliche aktive Positionen ein.
Das ist gerade im aktuellen Umfeld relevant. Wenn wenige große Indexwerte die Performance stark dominieren, kann ein benchmarkunabhängiger Ansatz kurzfristig deutlich anders laufen als der Markt. Langfristig soll der Mehrwert jedoch aus der Auswahl von Qualitätsunternehmen entstehen, deren Wachstum, Cashflows und Dividendenentwicklung vom Markt unterschätzt werden.
Teil 3 bildet damit die methodische Brücke innerhalb der Serie: Nach dem Marktbild aus Teil 1 und den geopolitischen Belastungsfaktoren aus Teil 2 wird nun klarer, mit welchem Werkzeugkasten Guinness dieses Universum analysiert.
- Die Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie ist ein aktiv gemanagter, gleichgewichteter Long-only-Aktienansatz.
- Das Portfolio umfasst laut Valerie Huang 36 Einzeltitel, neue Positionen starten typischerweise mit rund 2,75 Prozent Gewichtung.
- Guinness sucht nicht primär nach den höchsten Dividendenrenditen. Dividenden werden als Ergebnis von Qualität, Cashflow-Stärke und solider Kapitalallokation verstanden.
- Im Fokus stehen Unternehmen, die über längere Zeiträume Kapitalrenditen oberhalb ihrer Kapitalkosten erwirtschaften können.
- Die Strategie ist aus Ländersicht benchmarkunabhängig positioniert – unter anderem mit Übergewichtung in China sowie deutlicher Untergewichtung in Indien und Korea.
- Für Fondsselektoren ist entscheidend: Der Ansatz kann sich deutlich vom Index unterscheiden und ist nicht darauf ausgelegt, die großen Benchmark-Gewichte eins zu eins abzubilden.
Über die Strategie
Die Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie (IE00BDHSRH39 (ausschüttend) bzw. IE00BDHSRG22 (thesaurierend)) investiert in hochwertige, dividendenzahlende Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum. Der Ansatz ist aktiv gemanagt und fokussiert auf Unternehmen mit nachhaltiger Ertragskraft, soliden Bilanzen, attraktiver Bewertung und langfristigem Dividendenpotenzial.
Die Strategie nutzt den MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index als Vergleichsindex. Ziel ist nicht die Nachbildung des Index, sondern ein konzentriertes Portfolio ausgewählter Qualitätsunternehmen.
Die Serie im Überblick
Dieser Beitrag ist der dritte Teil der fünfteiligen e-fundresearch.com Videoreihe „Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan)“ mit Valerie Huang, Portfolio Manager bei Guinness Global Investors.
Nach Teil 1 zur AI-Konzentration und Teil 2 zu Geopolitik, Energiepreisen und regionalen Unterschieden rückt Teil 3 den Investmentansatz der Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie in den Mittelpunkt. In den kommenden Wochen veröffentlichen wir im Laufe des Juli exklusiv auf e-fundresearch.com zwei weitere Videoepisoden. Darin geht es um ein konkretes Taiwan-Beispiel abseits von TSMC sowie um den Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026.
Teil 1: AI-Konzentration und Bewertungsopportunitäten im Asia-Pacific-ex-Japan-Universum
Teil 2: Geopolitik, Energiepreise und regionale Unterschiede in Asien
Teil 3: Der Investmentansatz der Guinness Asian Equity Income Strategy
Teil 4: Taiwan jenseits von TSMC: Ein Blick auf Elite Material
Teil 5: Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026
Die weiteren Episoden erscheinen sukzessive im Juli exklusiv auf e-fundresearch.com.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Premium-Content-Partnerschaft zwischen e-fundresearch.com und Guinness Global Investors. Die Nennung einzelner Länder, Regionen oder Unternehmen dient ausschließlich der Illustration und stellt keine Anlageempfehlung dar. Vergangene Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Die Videoaufnahme erfolgte am 22. Juni 2026.
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