Dividendenstrategien: Warum Guinness auf Qualität und Gleichgewichtung setzt

Beim e-fundresearch.com Frühlings Fonds-Dialog erläuterte Dennis Mehrtens, Head of Sales Germany & Österreich bei Guinness Global Investors, warum die Londoner Boutique konsequent Qualität vor Dividendenhöhe priorisiert – und warum die zunehmende Indexkonzentration in Emerging Markets ein zentrales Argument für aktive, gleichgewichtete Dividendenportfolios ist. Managers | 10.06.2026 14:34 Uhr
Hugo Gallagher Boyden, Client Services Executive und Dennis Mehrtens, Head of Sales Germany / © e-fundresearch.com
Hugo Gallagher Boyden, Client Services Executive und Dennis Mehrtens, Head of Sales Germany / © e-fundresearch.com

Advertorial

Beim e-fundresearch.com Frühlings Fonds-Dialog stellte Dennis Mehrtens, Head of Sales Germany bei Guinness Global Investors, die Dividendenphilosophie der Londoner Boutique vor und ordnete dabei den Asset Manager bewusst gegenüber dem deutlich bekannteren Bier-Namensvetter ab. Guinness sei 2003 als reines Aktienhaus aufgesetzt worden, die heutige Strategieplattform umfasse rund zwölf Milliarden US-Dollar an verwalteten Geldern. Etwa sechzig Prozent davon entfallen auf die Dividendenfondsfamilie – mit Strategien für globale Aktien, Emerging Markets und Asien.

Qualität vor Dividendenrendite

Den zentralen Unterschied zu klassischen Dividendenfonds machte Mehrtens an einem einfachen Punkt fest: Die meisten Konkurrenzprodukte suchten Titel mit vier bis fünf Prozent Ausschüttung, was strukturell zu Versorgern, Banken und eher zyklischen Value-Geschäftsmodellen führe. Guinness verfolgt einen anderen Ansatz: „Wir suchen zuerst Qualität, im zweiten Schritt Value und erst danach Dividende.“ Der globale Fonds liefere entsprechend rund 2,1 Prozent Dividendenrendite – moderat, dafür mit historisch steigender Tendenz und solider Gewinnbasis.

Das Filterkriterium dahinter ist quantitativer Natur: Guinness selektiert ausschließlich Unternehmen, die in jedem der vergangenen zehn Jahre eine Kapitalrendite von mindestens zehn Prozent erzielt haben – gemessen am CFROI nach der Methodik von Credit Suisse HOLT. Dieses konsequente Qualitätsscreening entstand aus einer klaren Lehre der Finanzkrise: Klassische Dividendenfonds mit hohem Ausschüttungsanspruch schnitten in den Jahren 2008 und 2009 schlechter ab als der Gesamtmarkt. „Genau das wollten wir verhindern“, so Mehrtens. Nach Anwendung des Filters verbleiben rund 700 Unternehmen, aus denen die Portfolios konstruiert werden.

Konzentriert, aber gleichgewichtet

Die Guinness-Dividendenfonds halten typischerweise 30 bis 35 Titel (je nach Fonds unterschiedlich, je Fonds aber gleichbleibend – 1in, 1 out) – und gewichten diese annähernd gleich mit maximal rund vier Prozent pro Position. Diese Struktur ist bewusst gewählt: „Wir glauben nicht, dass ein Mensch immer die richtige Wette machen kann. Wir wollen das spezifische Risiko reduzieren.“ Durch die Gleichgewichtung dominiert keine einzelne Position das Portfolio – weder strukturell noch in Marktphasen, in denen einige wenige Titel eine Benchmark treiben.

Dennis Mehrtens beim e-fundresearch.com Fondsdialog

Diese Portfoliokonstruktion unterscheidet sich fundamental von der Mechanik klassischer Indizes und vor allem den Mitbewerbern. 

Obwohl Guinness GI ein Bottom Up Stock Picker ist, gibt es einige Sektoren die aufgrund der CFROI Filterkriterien oder aber der Dividendenbedingungen nicht im Portfolio zu finden sind. 

Im Globalen Fonds sind dies vor allem: Real Estate, Energy, Utilities oder Materials. Banken sind im globalen Fonds aufgrund Ihrer Komplexität, Ihrer Zyklizität und Ihren zu hohen Dividenden nicht zu finden. 

Alle vorgestellten Strategien verwalten mehr als 100 Millionen US-Dollar, die globale Strategie ist mit rund acht Milliarden US-Dollar das Flaggschiff des Hauses.

Indexkonzentration als strukturelles Argument für aktives Management

Besonders prägnant wird der Gleichgewichtungsansatz im Kontext der Emerging-Markets-Strategie. Während Schwellenländerindizes vor zehn Jahren noch klassisch von Rohstoffen und Banken dominiert wurden, bestimmt heute eine kleine Gruppe von Titeln Benchmark und Performance. Auch in den Emerging Markets dominiert nun die Wette auf AI: 

Einige wenige Positionen machen in zentralen EM-Indizes (oder auch Asien) heute einen überproportional hohen Anteil aus – mit entsprechend starker Klumpenbildung. TSMC, SK Hynix, Alibaba, Tencent und Samsung Electronics machen im MSCI Emerging Markets Index zusammen knapp 27% aus. Ähnlich hoch sind die 20 größten EM-Fonds (laut Morningstar, minus Trackern) gewichtet. Da die Benchmark mittlerweile um die 14% in TSMC hält, muss der aktive Manager Wetten in den anderen 4 Titeln verstärken. Die Manager setzen auf die immer gleichen Titel um Alpha zu generieren. 

Als konkretes Beispiel für EM-Fonds nannte Mehrtens SK Hynix: Nach einer extremen Kursrallye infolge hoher Memory Chip Preise und hoher Nachfrage verlor der Titel an den Handelstagen nach Beginn des Irankriegs rund zwanzig Prozent. „Es ist ein extrem hoher Leverage im Markt. Und die Bewertungen waren extrem.“ Ähnliche Risiken sieht Mehrtens bei Samsung Electronics.

Samsung und SK Hynix profitierten zwar von der Datacenter-Nachfrage – doch sind es eben Memory Chip Hersteller und diese sind sehr stark vom Preis der Chips abhängig. Dieses Business Model unterliegt starken Schwankungen. Bis vor kurzem war der CFROI von SK Hynix noch negativ. Guinness meidet solche zyklischen Investments konsequent.

Für Mehrtens folgt daraus zweierlei: Einerseits habe die Indexkonzentration aktives Management in den vergangenen anderthalb Jahren erschwert, da Stockpicking gegen einen von wenigen Megacaps getriebenen Index schwierig sei. Andererseits biete genau diese Marktstruktur einen strukturellen Vorteil für gleichgewichtete Qualitätsportfolios – deren Renditebeitrag aus der Breite des Portfolios stammt, nicht aus der Wette auf einzelne Schwergewichte.

Defensive Eigenschaften und Kostenstruktur

Klassisch ist der Einsatzbereich eines Guinness-Dividendenfonds in fallenden oder seitwärtsgerichteten Märkten. In sehr tark steigenden Phasen kann die Strategie strukturell zurückliegen – das ist dem Ansatz inhärent. Der entscheidende Vorteil zeigt sich dafür in der Qualität des generierten Alpha: Weil die Portfolios gleichgewichtet sind und die Outperformance nicht von zwei oder drei Einzeltiteln abhängt, sondern aus der Breite des Portfolios entsteht, ist sie nach Einschätzung von Mehrtens strukturell wiederholbar. „Wir haben die Performance nicht durch zwei, drei Titel erzielt – der Großteil des Portfolios trägt dazu bei.“ 

Die laufenden Kosten liegen für die EM-Strategie bei rund 77 Basispunkten bzw. 35 Basispunkten für die Seeding Tranche – und damit unterhalb vergleichbarer Mitbewerber. Die anderen Dividendenstrategien bewegen sich in ähnlichen Größenordnungen.

Unternehmen und Ownership-Struktur

Guinness Global Investors verwaltet insgesamt rund zwölf Milliarden US-Dollar und ist nicht börsennotiert. Die Fondsmanager halten Anteile am Unternehmen, was die Interessenausrichtung zwischen Management und Investoren strukturell stärkt.

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