Es wird erwartet, dass die Fed bei der nächsten FOMC-Sitzung ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf 3,75% bis 4,00% senken wird. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit ungewöhnlicher Umstände. Der Mangel an statistischen Daten zur aktuellen Lage auf dem US-Arbeitsmarkt erschwert die Aufgabe von Jerome Powell, der im September angedeutet hatte, dass die Institution in ihrer Reaktionsfunktion mehr Gewicht auf die Beschäftigungsdynamik legen werde. Der Fed-Vorsitzende befindet sich nun in einer Situation, in der er in einem Umfeld, das von zahlreichen Schocks geprägt ist und in dem nur einige seiner Steuerungsinstrumente funktionsfähig sind, die Auswirkungen der Geldpolitik auf den Konjunkturzyklus steuern soll.
Wir glauben jedoch, dass die Aufmerksamkeit weniger auf der Zinsfrage als auf Details zu den unkonventionellen Aspekten der US-Geldpolitik liegen wird. Es wird nicht nur erwartet, dass die Fed ihr „Quantitative Tightening“, also die Politik der Verringerung ihrer Bilanzsumme, beendet. Sie könnte auch aktiver werden, indem sie gezielt in die Geldmärkte eingreift. Immer wieder haben Marktteilnehmer, die Vermögenswerte als Sicherheiten anbieten, Schwierigkeiten, die benötigte Liquidität zu finden. Ohne gleich auf „Quantitative Easing“ zurückzugreifen, könnte die Fed fallweise eingreifen, indem sie Staatsanleihen (hauptsächlich mit kurzer Laufzeit) kauft, um Spannungen auf den Geldmärkten abzufedern.
Von Mabrouk Chetouane, Global Head of Market Strategy, Natixis IM Solutions
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