Produktivitätssteigerung, Unternehmensgewinne und Zinssenkung schaffen Wirtschaftswachstum in 2026

Craig Burelle, Global Macro Strategist beim Loomis Sayles, erwartet für 2026 solides globales Wachstum, getragen von fiskalischen Impulsen, KI-Investitionen und robusten Unternehmensgewinnen, sieht jedoch Inflationsrisiken und geopolitische Unsicherheiten als zentrale Herausforderungen. Natixis Investment Managers | 15.01.2026 16:06 Uhr
Craig Burelle, Global Macro Strategist, Loomis Sayles (Boston) / © e-fundresearch.com / Loomis Sayles
Craig Burelle, Global Macro Strategist, Loomis Sayles (Boston) / © e-fundresearch.com / Loomis Sayles

Craig Burelle, Global Macro Strategist beim US-Vermögensverwalter Loomis Sayles, hält die Wachstumsaussichten für 2026 recht vielversprechend. Die fiskalischen Impulse aus dem „One Big Beautiful Bill Act” dürften vor allem in den USA die Wirtschaft ankurbeln, insbesondere im ersten Quartal. Darüber hinaus hätten viele Unternehmen erhebliche Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren getätigt, von denen er Produktivitätssteigerungen und einen Beitrag zur allgemeinen wirtschaftlichen Dynamik weltweit erwartet.

Burelle: „Ein weiterer Wachstumsmotor bleiben die Unternehmensgewinne. Die Ertragslage ist in allen Sektoren robust, die Margen befinden sich nahe ihren Allzeithochs und die Konsensprognosen für 2026 deuten auf ein zweistelliges Wachstum hin. Positive Vermögenseffekte und ein solider Gesamtkonsum, insbesondere bei Haushalten der mittleren bis oberen Einkommensklasse, stützen ebenfalls die Nachfrage.

Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Expansionsphase des Kreditzyklus in der ersten Hälfte des Jahres 2026 anhalten wird und das Wachstum, die Risikobereitschaft der Anleger und das solide Renditepotenzial aller Anlageklassen stützen wird.“

Die Beschäftigungslage in den USA werde sich hingegen etwas abschwächen. Solange die Gewinne und die Rentabilität jedoch stark blieben, rechnet der Stratege der in Boston ansässigen Tochtergesellschaft von Natixis IM, nicht mit weitreichenden Entlassungen.

Burelle: „Die Fed reagiert in der Regel weniger empfindlich auf kurzfristige Schwankungen der Beschäftigungsdaten und konzentriert sich stattdessen auf längerfristige Trends und die Datenqualität. Das nichtlineare Verhalten des Arbeitsmarktes bleibt ein Risiko, aber insgesamt glauben wir, dass ein moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit die Expansion nicht beeinträchtigen würde. Wir erwarten für 2026 eine Abschwächung der Inflation. Die Auswirkungen der Zölle auf die Inflation waren weniger gravierend als ursprünglich befürchtet. Mit dem Nachlassen der Auswirkungen der Zölle könnten ein sich abschwächender Arbeitsmarkt und ein möglicherweise langsameres Lohnwachstum dazu beitragen, dass sich der disinflationäre Trend wieder fortsetzt. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Fed in der ersten Jahreshälfte eine weitere Zinssenkung vornehmen wird, aber die Hürde für weitere Zinssenkungen dürfte höher sein. Die Fed könnte sich stärker auf Produktivitätssteigerungen und eine Ausweitung der Angebotsseite (einschließlich der Auswirkungen von KI und Deregulierung) stützen, um die Inflation zu steuern.“

Was das positive Szenario nach Ansicht des Marktstrategen trüben könnte, ist eine dank anhaltend starker Nachfrage doch hartnäckigere Inflation. Sie könnte den Finanzmarkt dazu bewegen, von der Fed eine Zinserhöhung zu erwarten – was im Gegensatz zur Ausrichtung der Zinspolitik unter einem neuen Fed-Präsidenten stehen könnte.

Burelle: „Zu den globalen Risiken zählen die anhaltende Deflation auf dem Immobilienmarkt und das mangelnde Verbrauchervertrauen in China, was das Wachstum in den Schwellenländern und Südostasien insgesamt dämpfen könnte. In Europa wurden fiskalische Konjunkturmaßnahmen angekündigt, die jedoch noch nicht in nennenswertem Umfang umgesetzt wurden. Jede Verzögerung könnte die erwartete positive Wende beim Wachstum verlangsamen. Auch Veränderungen in der Marktstruktur – wie der Anstieg privater Kredite, die anhaltende Innovation bei ETFs, insbesondere im Hochzinsbereich, und Verschiebungen in der Angebots- und Nachfragedynamik in verschiedenen Sektoren – sorgen für Unsicherheit.“

Den vollständigen Investment Outlook finden Sie hier im englischen Original.

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