Turbulenzen bei Yen und japanischen Staatsanleihen führen zu erheblichen Kapitalbewegungen

Dass die von Japans Premierministerin Sanae Takaichi vorgesehenen Konjunkturmaßnahmen, steigende Renditen japanischer Staatsanleihen und die Erwartung einer Stützung des Yen die globalen Investitionsströme stören könnten befürchtet Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, in seinem aktuellen „MyStratWeekly“. Natixis Investment Managers | 27.01.2026 09:53 Uhr
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Botte: „Tatsächlich führen internationale Spannungen häufig zu einer erneuten Ausrichtung der Vermögensallokation auf den heimischen Markt. Die zweitgrößte Bank Japans, Sumitomo, hat bereits angedeutet, dass sie japanische Schuldtitel gegenüber ausländischen Anleihen bevorzugt. Die Turbulenz bei japanischen Staatsanleihen (JGBs), deren 30-jährige Renditen im Laufe der Woche einen Höchststand von 3,88% erreichten, werden irgendwann zu erheblichen Kapitalbewegungen führen. Die ehrgeizigen Finanzpläne von Sanae Tkaichi – immerhin ein fiskalischer Impuls in Höhe von 3% des japanischen BIP – senden ein deutliches Signal.“

Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers ergänzt: „In den USA steigt das Einkommen der privaten Haushalte nicht in selbem Maße wie die Preise, die Inflation bleibt laut PCE-Deflator mit 2,8% auf einem hohen Niveau, das deutlich über dem Ziel der Fed. Gleichzeitig verschlechtert sich der Arbeitsmarkt.“

Eine allgemeine „Sell America”-Stimmung wie sie im April letzten Jahres zu beobachten war, mag der Chefstratege der Tochter von Natixis IM nicht bestätigen, auch wenn die Bank of America Abflüsse aus US-Aktienfonds festgestellt habe. Vor allem massive Verkäufe von US-Staatsanleihen durch europäische Institutionen hält er für unwahrscheinlich, da es sich dabei überwiegend um Investmentfondsanteile und nicht um Reservekonten oder Staatsfondsvermögen handelt.

Lesen Sie hier das vollständige MyStratWeekly. Im „Thema der Woche“ untersuchen deren Analysten den Kreditkartenmarkt in den USA: „Die Zinssätze von über 20% liegen tatsächlich deutlich über dem, was durch das zugrunde liegende Ausfallrisiko gerechtfertigt wäre. Die US-Haushalte scheinen jedoch unempfindlich zu sein, obwohl 60% der Nutzer ihre Salden jeden Monat zu Strafzinsen refinanzieren. Die Vermarktung von Kreditkarten ist sehr effektiv und trägt zum besorgniserregenden Anstieg der Schulden bei, obwohl die Zahlungsausfälle zunehmen.“

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