Gold- und Silberschmelze braucht keine phantasievollen Narrative - Simple Markttechnik am Werk

„Katalysatoren sind nicht dasselbe wie Treiber“, fasst Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers, seine Erklärung der Gold- und Silberschmelze zusammen. Natixis Investment Managers | 03.02.2026 11:18 Uhr
Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers Solutions / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers Solutions / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Der Katalysator für die erstaunliche Trendwende bei Silber, Gold und dem gesamten Edelmetallkomplex ist für Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers, zweifellos die Nominierung von Kevin Warsh als nächstem Präsidenten der Federal Reserve. Aber was den spektakulären Preisverfall angetrieben habe, war nach Ansicht von Melson nicht nur die Angst vor einem möglichen Rückzug von Liquidität, sollte Warsh es schaffen, die Bilanz der Fed zu verkleinern. Auch nicht der Anstieg des Dollars aufgrund einer Erwartung kurzfristiger Zinssenkungen, die später weitere Zinserhöhungen erforderlich machen könnten.

Melson: „Der Auslöser spielt gar keine Rolle. Die spektakulären Kursverluste bei Gold und Silber sind nicht das Ergebnis einer grundlegenden Neubewertung der Aussichten, der Auswirkungen der Wahl des Fed-Vorsitzenden, des Vertrauens in den Dollar oder anderer unterhaltsamer Erzählungen. Es handelt sich lediglich um die Nachwirkungen eines technisch bedingten überfüllten Momentum-Handels. Gold und insbesondere Silber hatten in den letzten Wochen einen parabolischen Kursanstieg erlebt, wobei Gold um vier Standardabweichungen über seinen 5-Jahres-Durchschnitt gestiegen ist, während Silber fast eine Standardabweichung von fast acht erreicht hat. Diese Bewegungen hatten nichts mit KI, Verteidigungsausgaben, geopolitischen Spannungen oder Geldpolitik zu tun. Und sie waren sicherlich auch nicht eine Folge des sogenannten „Devaluation Trade”. Das sind sich lediglich unterhaltsame Erzählungen, die einem extrem dynamischen Handel zugeschrieben wurden.

Es ist einfach so, dass Preisanstiege in einem relativ illiquiden Raum mit leichtem Zugang für Investoren in der Regel zu einer Überfüllung führen. Und eine Überfüllung in diesem Ausmaß macht jeden Vermögenswert anfällig für Störungen. Insofern sind Gold und Silber einfach Opfer des eigenen Erfolgs geworden.“

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