Präsident Trump hat Optionen, Zölle in anderer Form oder Weise wieder einzuführen – diese sind aber nicht so weitreichend. Section 122 des Handelsgesetzes von 1974 beispielsweise ist auf 150 Tage befristet und begrenzt den Satz auf 15%. Section 338 würde den Nachweis einer Diskriminierung speziell im US-Handel erfordern und den Satz auf 50% begrenzen. Die Abschnitte 232 und 301 erfordern eine Untersuchung.
Kurz gesagt, es gibt sicherlich Möglichkeiten, auch über die 150 Tage hinaus Zölle wieder einzuführen, aber eine rechtssichere Ausgestaltung könnte einige Zeit dauern. Paradoxerweise könnte dies tatsächlich dem Ziel der Regierung entgegenkommen, sich mit dem politisch brisanten Thema der „affordability“ auseinanderzusetzen. Angesichts der im November anstehenden Zwischenwahlen sind die hohen Lebenshaltungskosten in den Vordergrund gerückt, und die Zwischenzeit bis zur Einführung alternativer Zölle könnte eine gewisse Entlastung bei den Preisen ermöglichen. Allerdings erwarten wir nicht, dass die amerikanischen Unternehmen die bereits vorgenommenen Preiserhöhungen plötzlich zurücknehmen werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Unternehmen abwarten und den Rückgang der zollbedingten Kosten nutzen werden, um ihre Margen in der Zwischenzeit zu stärken.
Die größere Frage betrifft die Aussichten auf Rückerstattungen, was die Situation verkompliziert und viele weitere Fragen aufwirft, die beantwortet werden müssen. Bis wir in dieser Hinsicht mehr Klarheit haben, ist mit einer leicht steileren Zinskurve am Treasury-Markt und einer marginalen Schwäche des US-Dollars zu rechnen.
Von Jack Janasiewicz, Portfolio Manager und Stratege bei Natixis Investment Managers
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