Energieschock wie 2022? "This time it's different"...

Der starke Anstieg der Öl- und Erdgaspreise nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten hat die Befürchtungen vor einem Energieschock wie 2022 wiederbelebt. Zwar seien die Ursachen und die akuten Auswirkungen des Schocks ähnlich. Gleichwohl weist Zouhoure Bousbih, Analystin für Emerging Markets beim französischen Investmentaus Ostrum AM, auf einen entscheidenden Unterschied hin: Während sich durch den Krieg in der Ukraine das Angebot an Energie strukturell verknappt habe und zu einer nachhaltigen Veränderung der Inflationserwartungen und der Geldpolitik geführt habe, bestehe nun die Aussicht auf eine nur vorübergehende Störung, ausgelöst durch ein Extremszenario einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus. Natixis Investment Managers | 10.03.2026 10:30 Uhr
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Bousbih: „Ähnlich wie beim Ukraine-Schock ist allerdings der Grad an Betroffenheit: Wie schon 2022 ist es erneut Europa, das am stärksten leidet. Zwar hat es seine Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar verringert (dessen Anteil an den gesamten Gasimporten sank von über 30 Prozent im Jahr 2017 auf 8 Prozent im Jahr 2025) doch ist die Versorgung fragmentierter geworden und wird durch niedrige Gasspeicherstände noch verschärft. Italien importiert weiterhin 35% seines LNG-Bedarfs aus Katar und ist damit am stärksten von einem raschen Anstieg der Gaspreise betroffen. Auch Belgien und Polen sind anfällig, da sie nach wie vor 17 Prozent bzw. 25 Prozent ihrer LNG-Importe aus Katar beziehen.

Der aktuelle Energieschock hat die Inflationserwartungen wieder angeheizt und zu einer deutlichen Abflachung der europäischen Renditekurven für Staatsanleihen geführt, verursacht durch einen Anstieg der kurzfristigen Zinsen. Die Inflationsbreakevens stiegen insbesondere am kurzen Ende der Kurve, was eine Neubewertung der Inflationserwartungen und der geldpolitischen Aussichten bestätigt.

Allerdings liegt die 10-jährige Inflationsbreakeven-Rate in Deutschland mit 2,13% weiterhin deutlich unter dem Niveau von 3%, das nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine erreicht wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Märkte noch keine anhaltenden inflationären Auswirkungen des Konflikts erwarten. Eine der auffälligsten Ähnlichkeiten mit dem Schock von 2022 bleibt die Unempfindlichkeit der chinesischen Zinssätze, wobei die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen stabil bei etwa 1,8% liegt.“

Kevin Dunzel, Senior Sales Director bei Natixis Investment Managers ergänzt: „Im Jahr 2022 war das Epizentrum der Marktbelastungen ein klassisches makroökonomisches Ungleichgewicht: eine steigende Inflation aufgrund eines plötzlichen Anstiegs der Energiepreise, der wiederum einen abrupten geldpolitischen Straffungszyklus auslöste. Im Jahr 2026 ist das Risiko finanzieller und endogener Natur. Es entsteht durch die Anhäufung von Leverage in bestimmten Segmenten des Finanzsystems, insbesondere in denen, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind. Viel Kapital ist in KI geflossen, stark finanziert durch Schulden, oft außerhalb der traditionellen Bankkanäle – in einem Umfeld, in dem die Kapitalkosten strukturell höher sind als in den 2010er Jahren. Das Risiko besteht daher nicht mehr in einer breit angelegten Inflation, sondern vielmehr in einer finanziellen Instabilität, die durch die Verschuldung und die Finanzierungsstruktur der KI-Investitionen verursacht wird.“

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.