Was passiert mit der europäischen Wirtschaft, wenn der Krieg im Nahen Osten weitergeht?

Der Krieg im Nahen Osten und steigende Energiepreise könnten die Konjunktur im Euroraum erneut spürbar belasten. Patrick Artus von Ossiam warnt in „Flash Economics“ vor höherer Inflation, schwächerem Konsum und sinkenden Investitionen bis Ende 2027. Natixis Investment Managers | 07.04.2026 15:22 Uhr
Patrick Artus, Senior Economic Advisor des französischen Vermögensverwalters Ossiam, einer Tochter von Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Ossiam
Patrick Artus, Senior Economic Advisor des französischen Vermögensverwalters Ossiam, einer Tochter von Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Ossiam

Was passiert mit der europäischen Wirtschaft, wenn der Krieg im Nahen Osten weitergeht? Patrick Artus, Senior Economic Advisor des französischen Vermögensverwalters Ossiam (einer Tochter von Natixis Investment Managers), analysiert im aktuellen „Flash Economics“ die Auswirkungen des erheblichen Anstiegs der Erdgaspreise im Jahr 2022 und zieht Parallelen zum aktuellen Anstieg der Energiepreise.

Die Schlussfolgerung des Professors an der Paris School of Economics (PSE) und ehemaligen Chefvolkswirts der Investmentbank Natixis: „Sollte die Reaktion auf den Anstieg der Energiepreise ähnlich ausfallen wie 2022, könnte der Wachstumsverlust bei etwa 1,2 Prozentpunkten liegen, was bis Mitte 2027 zu einem Nullwachstum des BIP im Euroraum führen würde. Ein Vergleich der Reaktionen, die nach dem Anstieg der Preise für fossile Brennstoffe Ende Februar 2022 und Ende Februar 2026 zu beobachten waren, legt nahe:

  • Ab Ende 2026 ist im Euroraum mit einem Lohnanstieg zu rechnen, der bis Ende 2027 anhalten wird.
  • Ein rascher Anstieg der Inflation ist wahrscheinlich, gefolgt von einem Rückgang der Inflation zwischen Sommer 2026 und Sommer 2027, wobei die Inflation jedoch über ihrem vorherigen Niveau bleiben wird.
  • Die Investitionsquoten, das Wachstum des privaten Konsums und das BIP-Wachstum werden bis Ende 2027 zurückgehen.
  • Die Reaktion der langfristigen Zinssätze hat nach dem Schock vom Februar 2022 ein Jahr gebraucht, um sich voll zu entfalten; die derzeitige Reaktion ist im Vergleich zu dem, was zu erwarten ist, noch sehr begrenzt.“

Mehr in der aktuellen Ausgabe von „Flash Economics“.

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