Energiekrise stärkt US-Handelsbilanz, belastet aber die Verbraucherstimmung deutlich

Auf den „Kollateralnutzen“ der Energiekrise für die USA weist Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management, in seinem aktuellen „MyStratWeekly“ hin: Die Außenhandelsbilanz der USA habe sich deutlich verbessert. Die Exporte von Erdölprodukten stiegen in der vergangenen Woche auf 12,7 Millionen Barrel pro Tag. Natixis Investment Managers | 21.04.2026 10:37 Uhr
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Kevin Dunzel, Senior Sales Director, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Auch der Export US-amerikanischen LNG werde nach Projektionen des Instituts für Energiewirtschaft und Finanzanalyse stark ansteigen. Obwohl sie bereits 60% der gesamten LNG-Importe der EU ausmachten, könnte dieser Anteil bis 2030 auf 82% steigen.

Botte: "Eine übermäßige Abhängigkeit von amerikanischen LNG-Importen ist eindeutig nicht wünschenswert, da Energie – ähnlich wie kürzlich die Zölle – zu einem Druckmittel des Weißen Hauses werden könnte. Die EU muss ihre Bezugsquellen diversifizieren und vor allem den Anteil erneuerbarer Energien an ihrem Energiemix erhöhen, um ihre Energiesouveränität zu sichern."

Die Kehrseite der gestiegenen Energiepreise: Sie haben die Realeinkommen der privaten Haushalte durch höhere Energiepreise geschmälert und die Verbrauchernachfrage gedämpft.

Kevin Dunzel, Senior Sales Director bei Natixis Investment Managers ergänzt: "Die Verschlechterung in den Stimmungsumfragen war dramatisch, wobei der Index der University of Michigan stark einbrach. Der diskretionäre Konsum ist seit dem vierten Quartal rückläufig, was durch die historischen Tiefststände bei Immobilientransaktionen noch verstärkt wurde. Das Vertrauen der Bauträger ist eingebrochen, wobei der NAHB-Index im April auf 34 fiel.

Die Kursentwicklung bei Finanzanlagen hängt eng an den Signalen zur Krisenbewältigung; die Nachrichtenlage wird asymmetrisch nach oben interpretiert. Die implizite Volatilität bei Aktienderivaten sinkt unter 20 %, während die Aktienindizes in Japan und den Vereinigten Staaten neue Rekorde erreichen. Der Technologiesektor treibt die Indizes nach oben, und die Gewinne der US-Banken fielen deutlich besser aus als erwartet. Die Offenlegung ihrer Engagements am privaten Kreditmarkt – insgesamt über 100 Milliarden US-Dollar – hat die Marktteilnehmer nicht beunruhigt."

Lesen Sie hier das vollständige MyStratWeekly. Im „Thema der Woche“ untersuchen deren Analysten die Energieabhängigkeit Europas.

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