Trotz der für das erste Quartal überaus positiven Unternehmensberichte aus den USA – drei Viertel der Unternehmen haben nach oben überrascht bei den Umsätzen, und die Gewinnmargen des S&P-500-Index liegen bei Rekordniveau etwa 14 % – sind die Kreditanalysten von Loomis Sayles nur „gedämpft optimistisch“ für das zweite Halbjahr.
Makrostratege Craig Burelle: „Zwar präsentieren sich die Unternehmensbilanzen weiterhin solide, doch in 17 von 30 Branchen rechnen wir in den nächsten sechs Monaten mit steigenden Kosten. Der Anstieg war sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe breit angelegt, sodass nur wenige Branchen von diesem Druck verschont blieben; als wahrscheinliche Treiber gelten die Kombination aus erhöhten Ölpreisen und anhaltenden Zolleffekten.
Auch unsere Erwartungen hinsichtlich der Verschuldung steigen deutlich, vor allem bei Fluggesellschaften, Banken, Bauprodukten und im Wohnungsbau. Trotz dieses Anstiegs bleiben die Niveaus unserer Ansicht nach insgesamt beherrschbar.
Allerdings müssen die hohen Bewertungen durch sichtbare Ergebnisse untermauert werden; mögliche Vorteile bei den Arbeitskosten durch KI stellen derzeit eher eine Wette auf die Zukunft dar, als dass sie aktuell die Margen stützen.“
Insgesamt gehen die Analysten der Natixis-Tochter Loomis Sayles davon aus, dass sich die Kreditbedingungen in mehreren Branchen in den nächsten sechs Monaten eher verschlechtern als verbessern werden.
Burelle: „Die Aussichten für das verarbeitende Gewerbe schwächten sich besonders stark ab; auch dienstleistungsorientierte Branchen sind stark von preisbewussten Verbrauchern und verschärften Kreditbedingungen für private Haushalte betroffen.“
Patrick Sobotta, Geschäftsführer von Natixis IM für Mittel- und Osteuropa. ergänzt: „Während die ausgewiesenen Fundamentaldaten nach wie vor stark sind, tut sich eine Diskrepanz auf zu einer vorsichtigeren Stimmung unter den Kreditanalysten. Der Aufschwung scheint zwar intakt zu sein, könnte aber weniger robust werden als bisher.“
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