Hohe Volatilität im Kospi: Wird sich das südkoreanische Wunder fortsetzen?

Südkoreas Kospi feiert nach einem historischen Absturz ein kräftiges Comeback. Samsung und SK Hynix profitieren vom globalen Halbleitermangel und KI-Boom. Doch steigende Löhne, höhere Zinsen und Zweifel an den Hyperscaler-Investitionen sorgen laut Mabrouk Chetouane für neue Volatilität. Natixis Investment Managers | 03.08.2026 07:41 Uhr
Mabrouk Chetouane, Chefstratege, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers
Mabrouk Chetouane, Chefstratege, Natixis Investment Managers / © e-fundresearch.com / Natixis Investment Managers

Erst Absturz, jetzt Comeback: Südkoreas Aktienindex Kospi war binnen fünf Wochen wegen Befürchtungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Investitionen der Hyperscaler in Verbindung mit der Glattstellung hochspekulativer Positionen um knapp 50 Prozent abgestürzt. Mit der Erholung der Chipriesen Samsung und Sk Hynix legt nun auch der Leitindex wieder kräftig zu – Phasen der Volatilität, die mit Anzeichen von Überhitzung einhergehen.

Samsung und SK Hynix profitieren von einer Knappheit an Speicher-Mikrokomponenten auf dem Weltmarkt. Angesichts eines starren Angebots und einer stetig wachsenden Nachfrage verfügt das Duopol über Preissetzungsmacht, wodurch sich seine Margen erhöhen. Dieser technologische Engpass ist jedoch weiterhin sporadischen Unsicherheiten seitens der Anleger hinsichtlich des Investitionsverlaufs in die KI-Revolution, ihrer Zirkularität und Konzentration, ihrer Finanzierungsweise sowie ihrer zukünftigen Rendite ausgesetzt.

Dennoch zeigt sich die Auswirkung dieses globalen Investitionszyklus in Rechen- und Speicherkapazitäten in der erheblichen Beschleunigung der Handelsbilanz Südkoreas. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Juni des Vorjahres um 71 % und beliefen sich auf 100 Milliarden Dollar, wodurch sich der Handelsüberschuss auf 36 Milliarden Dollar erhöhte. Die Exporte von Halbleitern erreichten 45 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 200 % im Jahresvergleich entspricht. Die Handelsbilanz ist einer der Motoren des jüngsten Wachstums in Südkorea.

Die Binnennachfrage, die vom privaten Konsum und den Unternehmensinvestitionen getragen wird, steht dem in nichts nach, da diese Akteure von einem kontinuierlichen Anstieg ihrer Realeinkommen profitieren. Die Wachstumsprognose Südkoreas für 2026 liegt bereits bei 2,8 % und ist damit doppelt so hoch wie die der Vereinigten Staaten.

Die jüngsten Bonuszahlungen von Samsung an seine Mitarbeiter geben der Zentralbank zudem Anlass zur Sorge. Sie beobachtet einen unaufhörlichen Anstieg der Löhne und Produktionspreise, der sie dazu zwingt, entschlossener auf die Glättung des aktuellen Konjunkturzyklus hinzuwirken. Aufgrund der Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Preise für Rohstoffe und Energieträger sowie angesichts einer steigenden Nachfrage hat die Bank von Korea daher beschlossen, ihre Leitzinsen im Juli um 25 Basispunkte anzuheben, wodurch der Leitzins auf 2,75 % stieg.

Das „koreanische Wirtschaftswunder“ – also der Anstieg der Börsenkurse als Folge der Investitionen von Technologieunternehmen – dürfte sich fortsetzen. Diese werden ihre Investitionsbemühungen bis 2027 fortsetzen, was das Gewinnwachstum koreanischer Unternehmen stützen, die makroökonomischen Ungleichgewichte sowohl im Inland als auch im Ausland verstärken und zu weiterer Volatilität führen wird. Die Reaktion der Politik wird dann entscheidend sein, um sicherzustellen, dass dieses Wunder nicht außer Kontrolle gerät.

Von Mabrouk Chetouane, Chefstratege Investment Managers

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.