Outlook 2. Halbjahr: Aggressive Zinserhöhungen unwahrscheinlich

Craig Burelle, Global Macro Strategist bei Loomis Sayles, sieht im zweiten Halbjahr weiteres Potenzial für Aktienmärkte. KI-Investitionen dürften Unternehmensgewinne stützen, während Zentralbanken kaum aggressiv gegensteuern und Unternehmensanleihen attraktive Renditechancen bieten. Natixis Investment Managers | 03.07.2026 14:15 Uhr
Craig Burelle, Global Macro Strategist, Loomis Sayles (Boston) / © e-fundresearch.com / Loomis
Craig Burelle, Global Macro Strategist, Loomis Sayles (Boston) / © e-fundresearch.com / Loomis

In seinem Outlook auf das zweite Halbjahr rechnet Craig Burelle, Global Macro Strategist beim US-Investmenthaus Loomis Sayles, mit weiter wachsenden Unternehmensgewinnen, die wiederum für weiteres Aufwärtspotenzial an den Aktienmärkten sorgen.

Burelle: „Für die jüngsten Kursgewinne an den Aktienmärkten war vor allem das Gewinnwachstum verantwortlich – und nicht die Ausweitung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Denn KI-bezogene Investitionen treiben die Gewinne an und haben weitreichende Auswirkungen nicht nur im Technologiesektor, sondern auch in der Industrie und bei den Versorgern. Allerdings wird ein anhaltend starkes Gewinnwachstum entscheidend sein, um die positive Marktdynamik aufrechtzuerhalten.“

Von den Zentralbanken erwartet der Stratege wenig Gegenwird, weil er mit einem Ende des Iran-Konflikts einen langsamen Rückgang der Inflation sieht.

Burelle: „Zwar verfolgen die Zentralbanken keine lockere Geldpolitik mehr, doch wir befürchten auch keine Zyklen aggressiver Zinserhöhungen. Sofern die Inflation mitspielt, könnte die Fed schon im ersten Quartal 2027 wieder mit Zinssenkungen beginnen. In der Eurozone, im Vereinigten Königreich und möglicherweise in Japan könnten wir noch einzelne Zinserhöhungen erleben, mehr jedoch nicht.

An den Rentenmärkten hält Burelle deshalb eine deutliche Rallye kurzfristig für unwahrscheinlich.

Burelle: „ Benchmarks für Unternehmensanleihen bieten derzeit beeindruckende Ertragsmöglichkeiten; Indizes mit höherer Bonität bieten jährliche Renditen zwischen 3 % und 5 %. Die Übernahme eines höheren Kreditrisikos kann sogar zu aktienähnlichen Gesamtrenditen führen. Wir erwarten, dass die Anlageklasse Gesamtrenditen im mittleren einstelligen Bereich erzielen wird, selbst wenn sich die Kreditspreads nicht verengen.“

Den vollständigen Investment Outlook der in Boston ansässigen Tochter von Natixis IM finden Sie im englischen Original hier.

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