Mexiko: Neuer Liebling der Anleger?

Nachdem Mexiko den Brasilianern den Rang als wirtschaftliches Aushängeschild Lateinamerikas abgelaufen hat, ist dieses Land mittlerweile zum Liebling vieler Anleger aus den etablierten Industriestaaten aufgestiegen. Paul Schenk, Global Research Analyst bei Newton (BNY Mellon), mit einer Hintergrundanalyse zu den weitreichenden und möglicherweise bahnbrechenden Reformplänen Mexikos. Markets |
Paul Schenk, Global Research Analyst, Newton / ©  BNY
Paul Schenk, Global Research Analyst, Newton / © BNY

Darüber hinaus haben die strukturellen Reformen auch das Wirtschaftswachstum unerwartet stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahr 2013 ist die mexikanische Wirtschaft um lediglich 1,1% gewachsen, und die Hoffnungen auf ein Wachstum von rund 5% für das laufende Jahr erscheinen übertrieben optimistisch. Zweifellos hat man die kurzfristigen Auswirkungen auf das Unternehmervertrauen und die Konsumausgaben unterschätzt. Wenn man aber mit Vertretern der Notenbank sowie mit Aufsichtsbehörden und Firmenleitungen aus dem Bankensektor spricht, wird deren langfristige Zuversicht praktisch greifbar. Abgesehen von den unvermeidlichen Hindernissen hegt man hier auf lange Sicht kaum Zweifel an den Vorzügen dieser Reformen.

Umbau des Energiemarktes

Insgesamt setzt man die größten Erwartungen in die Reformpläne für die Energiebranche. Diese Vorhaben umfassen auch das Aufbrechen des seit 76 Jahren bestehenden Monopols von Pemex und zielen darauf ab, die Energiekosten in Mexiko zu senken. Tatsächlich sind die Industriestromkosten in Mexiko derzeit rund 80% höher als in den USA. Da es das Potenzial seiner geografischen und logistischen Nachbarschaft zu den USA eigentlich nie so recht erschlossen hat, wird Mexiko bereits seit langem durch seine historischen Ineffizienzen gelähmt. Die geplanten Reformen könnten und sollten dies ändern.

Als Bankenanalyst finde ich das volkswirtschaftliche Umfeld zwar interessant, betrachte es aber eher als Hintergrundrauschen denn als Lieferant für Titelseiten-Schlagzeilen. Schließlich kommt es auf die Profitabilität und die Kapitalrenditen an. Wie sieht es also mit Finanzreformen aus? Diese konzentrieren sich auf eine bessere Verfügbarkeit von Krediten und eine zunehmende Kreditvergabe an Bevölkerungsschichten mit niedrigeren Einkommen sowie an das so genannte „informelle“ Segment der Bevölkerung. In Mexiko repräsentieren die Kreditschulden der Privathaushalte derzeit rund 25% des BIP – wesentlich weniger als in Brasilien, wo diese Quote bei 65% liegt (vermutlich war Brasilien in dieser Hinsicht also allzu erfolgreich). Gleichzeitig zielen die Reformpläne darauf ab, die Verbreitung von Krediten zu steigern. Mexiko verfügt bereits über einen voll entwickelten und attraktiven Bankensektor: gut strukturiert und beaufsichtigt, wettbewerbsfähig, aktionärsfreundlich und ohne staatliche Präsenz – eine wirklich solide Ausgangssituation.

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