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State Street Global Advisors veröffentlicht Ausblick für 2021: "Widerstandsfähigkeit der Märkte wird weiter getestet"

State Street Global Advisors, die Vermögensverwaltungssparte der State Street Corporation (NYSE: STT), hat heute ihren Global Market Outlook 2021 veröffentlicht. Der Outlook prognostiziert, dass die Widerstandsfähigkeit der Märkte auch in Zukunft getestet werden dürfte. Denn die Welt steht vor möglichen weiteren Turbulenzen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und vor fiskalischer, wirtschaftlicher und politischer Volatilität. State Street Global Advisors | 08.12.2020 20:29 Uhr
© State Street Global Advisors
© State Street Global Advisors

Trotz den Herausforderungen gibt es aber einige Lichtblicke. So könnte das Wirtschaftswachstum Ende 2020 zurückkehren, ein skalierbarer Impfstoff eingesetzt und Volkswirtschaften wieder geöffnet werden. Die bevorstehende Verfügbarkeit eines Impfstoffs stimmt zwar zuversichtlich. Aber die Märkte stehen vor der Herausforderung, dass auf einen kurzfristigen Wachstumsschub einige Unsicherheiten folgen könnten, da die politischen Entscheidungsträger versuchen werden, die Volkswirtschaften von den monetären und fiskalischen Stimuli zu entwöhnen, welche die Märkte bisher gestützt haben. 

Inmitten dieses Umfeldes bevorzugt State Street Global Advisors Wachstums- und Qualitätsanlagen, insbesondere in den USA und China, die für Anleger ein gewisses Aufwärtsrisiko bieten. 

"Während wir mit einer starken wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 rechnen, richten wir unseren Blick zunehmend auf alles, was nach diesem Aufschwung kommt", sagt Rick Lacaille, Global Chief Investment Officer bei State Street Global Advisors. "Eine Kombination aus Wachsamkeit und Agilität wird sich für die Anleger wohl am ehesten auszahlen. Denn die Rezession dürfte einem kräftigen, aber vorübergehenden Aufschwung weichen, dem ein noch unbekanntes Basiswachstum folgen dürfte". 

Erholung geht weiter 

Der im August 2020 veröffentlichte Halbjahres-GMO von State Street Global Advisors verglich die COVID-19-Pandemie mit einem Staffellauf mit mehreren sich überschneidenden Phasen. Die Volkswirtschaften sind nun von einer erfolgreichen ersten Phase (die Injektion von monetären und fiskalischen Anreizen) zur zweiten Phase übergegangen – einer Wiedereröffnung der Wirtschaft. Den in der ersten Phase lancierten Konjunkturpaketen mangelte es unter den gegebenen Umständen an Zielgenauigkeit. Doch sie waren umfangreich ausgelegt, schnell implementiert und haben ihr Hauptziel – die Märkte zu stützen – erreicht. 

Jetzt in der zweiten Phase haben die Regierungen weitgehend weniger belastende Restriktionen eingeführt als im Frühjahr. Dadurch konnten die Volkswirtschaften auf einem vergleichsweise höheren Niveau laufen. Quantitative Lockerung (QE) ist einer der Schlüsselfaktoren, welche die Aktienmärkte im Jahr 2020 beflügelt haben, auch wenn die Jahreszahlen der Unternehmen noch ausstehen. Darüber hinaus und im Gegensatz zu dem, was wir in der Vergangenheit beobachten konnten, scheint die quantitative Lockerung die Anleiherenditen trotz steigender Inflationserwartungen zu begrenzen. 

Da die Aussichten für einen Impfstoff zunehmend positiv sind und erste Impfungen bald bevorstehen, erscheint ein Ende der zweiten Phase immer wahrscheinlicher. Während eine kurzfristige Marktbelebung wahrscheinlich ist, nachdem sich die Volkswirtschaften vollständig öffnen und die Bewegungsbeschränkungen aufgehoben werden, sind die längerfristigen Aussichten weniger sicher. 

Lori Heinel, Deputy Global Chief Investment Officer von State Street Global Advisors, kommentiert: "Irgendwann müssen die Volkswirtschaften unabhängig von monetären und fiskalischen Anreizen wieder zu eigenständigem Wachstum zurückfinden. Es bleibt abzuwarten, wie perfekt oder wie unvollkommen ein Ersatzwachstum für die Stimulierung sein wird. Es wird sicherlich eine komplexe Anpassung sein, die über die Zeit hinweg einige Marktturbulenzen auslösen könnte. Kurz gesagt: 2021 ist ein Jahr, in dem die Widerstandsfähigkeit von Regierungen, Volkswirtschaften und Unternehmen erneut auf die Probe gestellt werden wird".

Die Vereinigten Staaten und China dürften am ehesten besser abschneiden 

Trotz dieser Herausforderungen bieten sich den Investoren im nächsten Jahr Chancen auf den Märkten, höchstwahrscheinlich in den Vereinigten Staaten und in China. China war die erste Nation, in der COVID-Fälle auftraten, aber die strengen und weitreichenden Massnahmen scheinen zur Eindämmung des Virus beigetragen zu haben. So konnte sich der Erholungsprozess bisher weitgehend ununterbrochen fortsetzen und erneute Shutdowns vermieden werden. 

"China wird die einzige grosse Volkswirtschaft sein, die im Jahr 2020 ein positives Wirtschaftswachstum, wahrscheinlich um 2,5 Prozent, verzeichnen wird. Allerdings sollten diese positiven Aussichten angesichts der hohen Verschuldung, der sich verschlechternden demografischen Situation und der anhaltenden geopolitischen Spannungen mit Vorsicht betrachtet werden", sagt Kevin Anderson, Head of Investments Asia Pacific bei State Street Global Advisors. "Wir erwarten, dass das Gewinnwachstum in China besonders widerstandsfähig sein wird. Die chinesischen Wachstums- und Konsumaktien sind die attraktivsten. Wir glauben weiter, dass chinesische festverzinsliche Anlagen und der Renminbi, angesichts des Renditeanstiegs und weil wir Raum für eine weitere Währungsaufwertung sehen, sehr attraktiv sind". 

Unterdessen wird für die USA mit -3,7 Prozent ein weniger ausgeprägter BIP-Rückgang prognostiziert als für viele andere entwickelte Volkswirtschaften, etwa -9 Prozent  in Großbritannien und -7 Prozent in der Eurozone. Der Wahlsieg von Joe Biden hat neue Spekulationen über Umfang, Zeitpunkt und Ausgestaltung weiterer Konjunkturpakete entfacht. Wir gehen davon aus, dass ein kleineres, aber baldiges Unterstützungspaket am wahrscheinlichsten ist. Dessen Umfang wird irgendwo zwischen den 0,5 Billionen Dollar, die der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, vorgeschlagen hat, und den 2,2 Billionen Dollar der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, liegen. Ein grösser als erwartetes Paket könnte Bedenken auslösen, dass die Inflation zunehmen wird. 

Gemischte Aussichten bei übrigen Volkswirtschaften 

Jenseits der USA und Chinas ist das globale Gesamtbild uneinheitlich. Das Vereinigte Königreich scheint ein bemerkenswerter Underperformer zu sein – es musste in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 einen Rückgang des BIP um -11 Prozent im Jahresvergleich hinnehmen, verglichen mit einem Rückgang von -5,9 Prozent  für die deutsche Wirtschaft im gleichen Zeitraum. Mit einer vergleichsweise glanzlosen Reaktion auf den COVID-19-Ausbruch und der heranrückenden Frist zum Brexit, über den noch keine Einigung erzielt wurde, sieht sich das Vereinigte Königreich für die kurzfristige Wirtschaftsleistung eher ungünstigen Umständen gegenüber.    

Obwohl die Eurozone derzeit mit verstärkten COVID-19-Einschränkungen konfrontiert ist, hat sie eine kohärente und unterstützende makroökonomische Reaktion auf die Pandemie entwickelt. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal scheint jedoch für die Region wahrscheinlich. Wir hoffen weiterhin, dass eine ausreichend antizyklische Fiskalpolitik dazu beitragen kann, interne Friktionen und problematische institutionelle Beschränkungen des Wachstums im Jahr 2021 zu bekämpfen. 

Schwellenländer sind mit einer Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungen konfrontiert. Ein Impfstoff kann für diese Volkswirtschaften große Erleichterung bedeuten – angesichts der starken Abhängigkeit der Schwellenländer von Exporten, insbesondere von Rohstoffen. Anleger sollten diese positiven Aussichten gegen makroökonomische und institutionelle Fundamentaldaten der einzelnen Volkswirtschaften abwägen, um die besten Kandidaten zu finden. 

Quantitative Lockerung und Aussicht auf Inflation 

Wir ermahnen die Anleger, die Aussichten bis Ende 2020 und darüber hinaus im Auge zu behalten, da sich die Märkte von den in diesem Jahr aufgelegten Konjunkturpaketen entwöhnen. Nichtdestotrotz bleibt die Geldpolitik weltweit noch eine Weile unterstützend. Die Verabschiedung eines durchschnittlichen Inflationsziels (Average Inflation Targeting Framework, AIT) durch die US-Notenbank hat sich als einflussreich erwiesen und zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik in den USA und auf der ganzen Welt geführt, darunter in Kanada, Australien und Großbritannien. Wir haben unsere Inflationsprognosen sowohl für dieses als auch für das nächste Jahr angehoben, wenn auch nur geringfügig. Die Kombination von mehr QE und niedrigen Zinssätzen dürfte wirksam sein, um zu verhindern, dass die Anleiherenditen zu stark ansteigen. Aber eine der schwierigsten Fragen während dieser Pandemie ist, ob sich COVID-19 mittelfristig als inflationärer oder deflationärer Schock erweisen wird. 

"Auf dem Weg ins Jahr 2021 herrschen an verschiedenen Fronten weiterhin Unsicherheiten", sagt Lori Heinel. "Wir haben viele offene Fragen, aber wenige klare Antworten. Inwieweit werden als Reaktion auf die steigenden Infektionsraten wieder Beschränkungen eingeführt? Wird zusätzliche quantitative Lockerung zu Inflation führen? Wie wird sich die politische Landschaft nach der Stichwahl für den US-Senat verändern? Gelingt es Großbritannien, ein Brexit-Abkommen abzuschließen, und wenn nicht, wie wird es den Übergang bewältigen? Und natürlich besteht die Frage, wie und wann auf breiter Front geimpft wird. Während die Welt auf eine medizinische Antwort auf COVID-19 wartet und sich die Volkswirtschaften für die bevorstehenden Herausforderungen wappnen, glauben wir weiterhin, dass sich die USA und China am widerstandsfähigsten erweisen werden".    

Den ausführlichen Global Market Outlook 2021 finden Sie hier.

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